Mieterrechte und Kinder

Kinder müssen nicht leise sein. Im Gegenteil: sie dürfen laut sein, lachen, weinen, schreien. Und zwar zu jeder Uhrzeit, auch nachts, auch an Feiertagen.

Dass einem Kleinkind ein nächtliches Schreien nicht verboten werden kann, ist auch selbstverständlich. Kleinkinder können sich nicht an Ruhezeiten halten und müssen es deshalb auch nicht. Kinderlärm muss also aus der Wohnung, aus dem Garten oder von der Straße her hingenommen werden. Wenn Kinder spielen, gehört dies zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung. Nachbarn müssen das hinnehmen und können nicht die Miete mindern.

Bei der Interessensabwägung haben Kinder immer einen Vorrang, denn sie sollen sich kindgerecht entwickeln können. Und dazu gehört nun einmal auch lautes Spielen. Kinder dürfen in der Wohnung laufen, rennen und auch Türen schlagen.

Zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung gehört es auch, dass Kinder rennen und fest auftreten. Erlaubt sind auch das Fahren mit dem Bobbycar und mit dem Kinderwagen. Klar, Grenzen gibt es auch. So ist das Fußballspielen in der Wohnung verboten und Ruhezeiten sind beim Spielen ebenfalls einzuhalten. So ist die Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr zu beachten. Dann ist Zimmerlautstärke angesagt. Selbstverständlich gilt das Gebot der Nachtruhe nicht für Babys und Kleinkinder, die nachts schreien oder weinen. Sieht die Hausordnung eine Mittagsruhe zwischen 13 und 15 Uhr vor, so ist zunächst einmal fraglich, ob diese Regelung wirksam ist und Teil des Mietvertrages ist. Nur dann muss sie eingehalten werden. Je größer und verständiger ein Kind wird, desto mehr Rücksichtnahme kann von ihm und seinen Eltern erwartet werden. Von Jugendlichen darf also hinsichtlich der Lärmvermeidung mehr erwartet werden als von kleineren Kindern.

Musikinstrument

Hausmusik ist grundsätzlich erlaubt. Nachbarn können sich dagegen kaum wehren. Das Mietrecht macht auch keinen Unterschied zwischen einer Blockflöte und einem Schlagzeug. Jeder Mieter kann sein Musikinstrument frei wählen.

Die Art des Instruments bestimmt allerdings die erlaubte Nutzungsdauer. Auf leisen Instrumenten darf täglich 1,5 bis 2 Stunden geübt werden. Auf lauten weit weniger.

Das Recht auf Hausmusik kann im Mietvertrag eingeschränkt werden, allerdings darf das Musizieren nicht komplett verboten werden.

Kinderwagen im Hausflur?

Mieter mit Kind dürfen ihren Kinderwagen im Treppenhaus abstellen, wenn es ihnen nicht zumutbar ist, das Gefährt bis in ihre Wohnung zu tragen. Zumutbarkeit ist sicher gegeben, wenn ein Aufzug vorhanden ist.

Der Kinderwagen im Hausflur darf aber nicht zur Gefahr werden. Ist der Hausflur zu eng, darf der Kinderwagen dort nicht abgestellt werden, weil er einen Fluchtweg versperren würde. Stellt der Vermieter einen Abstellplatz für Kinderwagen zur Verfügung, muss dieser genutzt werden.

Ist per Hausordnung das Abstellen vom Kinderwagen im Treppenhaus pauschal verboten, so ist diese Regelung unwirksam.

Was für Kinderwagen gilt, gilt nicht für Fahrräder oder Roller. Diese dürfen nicht im Treppenhaus abgestellt werden.

Ballspiele

Auch Ballspielen der Kinder darf draußen nicht verboten werden. Landet der Ball auf dem Nachbargrundstück, so müssen die Kinder vor Betreten des Grundstücks den Nachbarn allerdings um Erlaubnis fragen. Der Nachbar muss aber den Ball unverzüglich herausgeben.
Auf Kinderspielplätzen darf auch innerhalb der Ruhezeiten gespielt werden.