Wie gehe ich genau bei einer Mietminderung vor?

    • Hi,
      also ich versuche es mal zu erklären:

      Mängel in der Wohnung geben das Recht zu einer Mietminderung. Kann die Wohnung nicht so genutzt werden, wie der Mieter es nach dem Mietvertrag erwarten darf, besteht die Möglichkeit, die Mietzahlung zu kürzen. Häufige Gründe für eine Mietminderung sind undichte Fenster, kaputte Heizung, Schimmel in der Wohnung oder Lärm vom Nachbarn und Baulärm.


      Wie muss der Mieter bei einem Mangel vorgehen?


      Zunächst muss er den Mangel an den Vermieter melden. Der Mieter muss den Eigentümer der Wohnung über das Vorhandensein des Mangels informieren. Dies ist notwendig, damit der Vermieter die Möglichkeit hat, den Mangel zu beheben. Die Information an den Vermieter über den Mangel kann auf unterschiedlichem Wege geschehen. Eine Meldung ist möglich bei Brief, per Email oder auch per Telefon. Will man einen sicheren Nachweis über die Meldung des Mangels, so sollte man auf einen eingeschriebenen Brief oder ein Fax zurückgreifen.


      In der Info über den Mangel sollte der Mieter dem Eigentümer eine angemessene Frist für die Beseitigung des Mangels setzen und für den Fall des fruchtlosen Verstreichenlassens die Minderung der Miete ankündigen. Wenn der Vermieter nicht reagiert, muss man anschließend die eigentliche Mietkürzung nicht mehr ankündigen.


      Berechnung der Mietminderung


      Wie wird die konkrete Höhe der Mietminderung berechnet? Ausgangspunkt für die Berechnung der Mietkürzung ist die Bruttomiete. Die Nebenkosten werden nicht gekürzt. Entscheidend für die konkrete Höhe der Kürzung ist der jeweilige Einzelfall. Fällt zum Beispiel im Winter die Heizung komplett aus, so kann um 100 Prozent gemindert werden. Ist es dagegen Sommer, wären 25 Prozent angemessen. Ist das Schlafzimmer an den Wänden von Schimmel befallen, so ist eine Mietminderung von 15 Prozent angemessen (vgl. Urteil Landgericht Lübeck, Az. I S 106/13).


      Dauer der Mietkürzung


      Die Mietminderung ist immer nur für den Zeitraum möglich, in dem der Mangel besteht. Besteht dieser also für 11 Tage, kann die Monatsmiete um 11/30 gekürzt werden.


      Kündigung bei Mietminderung


      Kürzt der Mieter die Miete aufgrund eines Mangels der Wohnung, muss er nicht befürchten, eine Kündigung durch den Vermieter zu erhalten. Das Recht auf Minderung ist gesetzlich verbrieft und seine Ausübung darf deshalb keinesfalls als Anknüpfungspunkt für eine Wohnungskündigung genommen werden.

      Wenn noch Fragen sind - fragen!

      LG

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