Mieterhöhung - nachträgliche Anrechnung der Terrasse möglich?

    • Mieterhöhung - nachträgliche Anrechnung der Terrasse möglich?

      Hallo,


      ich habe folgende Frage: mein Vermieter möchte meine Miete bis zur möglichen Vergleichsmiete erhöhen.
      Soweit so gut. In meinem Mietvertrag steht jedoch, dass die Wohnung 57qm
      hat. Nun wird sie mit 58,3qm berechnet - diese Abweichung ist ja noch
      ok, aber plötzlich wird auch die Terrasse von 10qm mit 50% dazu
      gerechnet!
      Der Mietvertrag wurde 2010 unterzeichnet. So wie ich das sehe, kann die
      Terrasse also mit max. 25% angerechnet werden; ist das korrekt?
      Meine Frage ist aber auch, ob sie überhaupt plötzlich dazu gerechnet werden kann, wenn sie vorher überhaupt nicht erwähnt wurde.


      Mein Vermieter meint, dass es auf die tatsächliche Größe ankommt, nicht
      auf die im Mietvertrag genannte. Unter BMGEV habe ich jedoch folgendes
      gefunden:
      "Mieterhöhungen sind nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete (siehe
      oben) zulässig. Maßgebend für die Mieterhöhung ist die Wohnfläche. Der
      BGH hat hierzu entschieden, dass es dabei auf die vertraglich
      vereinbarte und nicht auf die tatsächliche Wohnungsgröße ankommt,
      zumindest solange die Flächenabweichung nicht mehr als 10% beträgt (BGH,
      Urteil vom 23.05.2007, AZ: VIII ZR 138/06). "


      Was ist richtig?


      Vielen Dank im Voraus!
    • Hallo,
      der BGH hat seine Rechtsprechung korrigiert. Wenn beispielsweise die Miete auf Quadratmeterzahlen Bezug nimmt, so kommt es auf die Quadratmeterzahl an. Wird also die Miete mit 10 Euro pro Quadratmeter angegeben und steht im Mietvertrag, die Wohnung sei 50 qm groß, so beträgt der vertragliche Mietpreis 500 Euro. Stellt sich aber durch Nachmessen raus, dass die Wohnung nur 45 Qum groß ist, so muss der Mieter nur 450 Euro zahlen.

      Auch bei Mieterhöhungen zählt die tatsächliche Wohnfläche - egal, was im Mietvertrag steht (Az.: VIII ZR 266/14).

      Gruss

      Maths
    • Hallo Leute!



      Bei Mieterhöhungen zählt nur noch die tatsächliche Wohnfläche – ganz gleichgültig, was im Mietvertrag steht. Ist die Wohnung also z.B. acht Prozent kleiner als angegeben, darf sich eine Mieterhöhung auch nur auf diese kleinere Fläche beziehen. Ist eine Wohnung acht Prozent größer, darf der Vermieter die Miete entsprechend erhöhen.

      Mietminderungen können hingegen nicht auf eine kleinere als im Mietvertrag angegebene Wohnfläche gestützt werden. Ein Mieter kann also nicht einfach weniger zahlen, weil er die Fläche nachgemessen und diese sich als kleiner herausgestellt hat.


      Mieter müssen aber nicht mit starken Mieterhöhungen rechnen. Die Kappungsgrenze gilt auch, wenn die Wohnfläche im Mietvertrag zu klein angegeben wurde. Innerhalb von drei Jahren dürfen Mieten um maximal 20 Prozent steigen - in bestimmten Städten wie z.B. Berlin sogar nur um 15 Prozent.

      Gruss

      Holger

    Impressum

    Ein Angebot des Vereins "Für soziales Leben e.V."